Klettersteig Hoachwool am Naturnser Sonnenberg

Der Klettersteig „Hoachwool“ am Naturnser Sonnenberg beim Eingang ins Schnalstal bietet pures Klettervergnügen. Er ist ein abwechslungsreicher, kraftzehrender und konditionell anspruchsvoller Klettersteig. Hoachwool wurde im Sommer 2014 eröffnet und zählt zu den schönsten und längsten Klettersteigen im Vinschgau. Hier unsere Tourenbeschreibung mit ein paar nützlichen Infos und Fotos.

 

Parkplatz des Vinschger Bauernladen an der Staatsstraße bei Naturns, am Eingang zum Schnalstal.

Parkplatz des Vinschger Bauernladen an der Staatsstraße bei Naturns, am Eingang zum Schnalstal, Südtirol.

Hinweistafel am Parkplatz und Anfang des Klettersteigs Hoachwool, Naturns, Südtirol

Hinweistafel am Parkplatz und Anfang des Klettersteigs Hoachwool, Naturns, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Startpunkt: Parkplatz Vinschger Bauernladen unterhalb von Schloss Juval an der Staatsstraße bei Naturns

Anfahrt / Parken: mit dem Auto von Meran kommend nach dem Umfahrungstunnel von Naturns rechts auf den Parkplatz am Vinschger Bauernladen (nicht in die Abzweigung ins Schnalstal abbiegen); mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (SAD) vom Bahnhof Meran kommend in den Bus Richtung Schlanders, Haltestelle „Abzweigung Schnalstal“

Karte: z.B. Kompass Nr. 051

Dauer: ca. 3-3 1/2 Stunden Aufstieg am Klettersteig und 1 Stunde Abstieg über Wandersteig Nr. 10

Höhenunterschied: ca. 600 Höhenmeter (Klettersteig) + ca. 100 Höhenmeter vom Ende des Klettersteigs zur Bergstation der Seilbahn Unterstell

Sonstiges: direkt bei Schluss Juval (Messner Mountain Museum); am Eingang zum Schnalstal gibt es auch ein paar schöne Kletterrouten, der Zustieg zum Klettersteig führt direkt daran vorbei („Klettergarten“); nach dem Klettersteig mit der Seilbahn Unterstell zurück ins Tal (Fahrzeiten beachten!); Tipp: vor der Tour im Vinschger Bauernladen noch ein paar leckere Snacks zur Stärkung mitnehmen (getrocknete Apfelschnitze, Speck, etc.)

Achtung: Ab der Seilbrücke befindet sich der gesamte Klettersteig (600 hm) in sonnenexponiertem Gelände und sollte bei zu heißen Temperaturen auf jeden Fall gemieden werden. Unbedingt ausreichend zu Trinken mitnehmen und nur bei 100%ig sicheren Wetterverhältnissen in den Klettersteig einsteigen. Es mussten bereits mehrfach Personen aus der Wand gerettet werden, da sie die Anforderungen, die Länge und / oder die Wetterlage falsch eingeschätzt haben und ein Notausstieg aus dem Klettersteig ab dem Hinweisschild nicht möglich ist. Der Zustieg zum Klettersteig Hoachwool verläuft entlang des Schnalser Bachs und kann bei hohem Wasserstand teilweise überflutet sein.

Generell gilt: Beim Klettersteiggehen ist darauf zu achten keine Steine loszutreten. Ein Helm ist absolute Pflicht, ebenso wie Klettergurt mit Klettersteigset, Klettersteig-Handschuhe und passendes Schuhwerk.

Wegmarkierung Klettersteig Hoachwool am Einstieg neben dem Schnalser Bach, Südtirol

Wegmarkierung Klettersteig Hoachwool am Einstieg neben dem Schnalser Bach, Südtirol

Sicht auf Schloss Juval bei Naturns am Eingang zum Schnalstal, Südtirol

Sicht auf Schloss Juval bei Naturns am Eingang zum Schnalstal, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Klettersteig Hoachwool gehen wir am liebsten abends oder am Wochenende auch morgens, denn tagsüber ist es im Sommer einfach zu heiß und trocken in der Wand. Mittwoch Abend fährt die Seilbahn Unterstell auch noch später am Abend, das ist ideal (aber wir gehen eigentlich meistens zu Fuß zurück ins Tal). Uns gefällt der Klettersteig, denn er ist abwechslungsreich, herausfordernd, sehr schön angelegt und einfach toll zu Gehen! Der Zustieg beginnt am rechten Ende des Parkplatzes (545 m), dort wo sich die große Hinweistafel befindet. Zunächst geht der Weg entlang des Schnalser Baches (westliches Ufer) durch den urwaldartigen Mischwald und immer wieder sind auch kurze, gesicherte Klettersteigelemente zu bewältigen.

Der Zustieg zum Klettersteig Hoachwool verläuft entlang des Schnalser Bachs, Südtirol

Der Zustieg zum Klettersteig Hoachwool verläuft entlang des Schnalser Bachs, Südtirol

Zustieg zum Klettersteig Hoachwool entlang des Schnalser Bachs, Südtirol

Zustieg zum Klettersteig Hoachwool entlang des Schnalser Bachs, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach etwa 20 Minuten gelangen wir schließlich zur Seilbrücke (mein persönliches Lieblingselement ganz zu Anfang des Klettersteigs^^). In schwindelnder Höhe führt die Seilbrücke über die tiefe Schlucht des Schnalser Baches. Hier heißt es allen Mut zusammen nehmen, locker bleiben, auf die Sicherung und seinen Gleichgewichtssinn vertrauen und Schritt für Schritt weitergehen. Das Rauschen des Baches unter einem und der leichte Wind, der durch die Schlucht weht machen die Überquerung auf der Seilbrücke zu einem wahren Spektakel! Es ist wichtig hier nicht zu verkrampfen und dadurch nicht zu viel Energie zu verbrauchen, denn die brauchen wir später noch!

Am Ende des Zustiegs gilt es diese Seilbrücke zu überqueren, Klettersteig Hoachwool, Südtirol

Am Ende des Zustiegs gilt es diese Seilbrücke zu überqueren, Klettersteig Hoachwool, Südtirol

Die Seilbrücke verläuft in schwindelnder Höhe hoch über dem Schnalser Bach, Hoachwool, Südtirol

Die Seilbrücke verläuft in schwindelnder Höhe hoch über dem Schnalser Bach, Hoachwool, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der anderen Seite der Seilbrücke befindet sich die, bereits halb zugewachsene, alte Straße ins Schnalstal. Nun beginnt auch der eigentliche Einstieg des Klettersteigs Hoachwool (620 m). Die ersten Felsblöcke haben es gleich in sich, doch nach dem ersten steilen Aufschwung geht es etwas gemütlicher weiter, es folgt eine angenehme Gehpassage, bei der wir stetig an Höhe gewinnen.

 

Die alten Verankerungen des Wasserwaals und die nachgebaute Holzrinne sind willkommene Kletterhilfen am Hoachwool, Südtirol

Die alten Verankerungen des Wasserwaals und die nachgebaute Holzrinne sind willkommene Kletterhilfen am Hoachwool Klettersteig, Südtirol

Auf dem nachgebauten Wasserwaal aus Lärchenholz hoch über dem Abgrund, Hoachwool, Südtirol

Auf dem nachgebauten Wasserwaal aus Lärchenholz hoch über dem Abgrund, Hoachwool, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ein paar weiteren Aufschwüngen erreichen wir den alten Waal, der einem Aquädukt ähnlich, zum Wassertransport diente. Derartige Wasserwaale gibt es im ganzen Vinschgau, der alte Schnalser Waal ist aber besonders beeindruckend. Auf den alten Eisenverankerungen balancieren wir direkt an der Felswand entlang, ein paar zusätzliche Trittstufen helfen uns. Dieser Teil des Klettersteigs ist recht ausgesetzt und man sollte auf jeden Fall schwindelfrei sein. Über die neu gebaute Wasserrinne aus Lärchenholz gelangen wir am Abgrund entlang zu einer Leiter. Es folgen ein paar schöne Kletterstellen und dann eine anspruchsvolle Steilpassage, die einige Muskelkraft und Technik erfordert. Doch dann erreichen wir einen kleinen Rastplatz mit einer Bank. Auf dieser schönen Anhöhe ruhen wir uns kurz aus, trinken etwas, stärken uns und entspannen die Muskeln. Die Aussicht auf Schloss Juval und das untere Vinschgau sind sehr lohnenswert.

"Bist du noch fit?" - Tafel am Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

„Bist du noch fit?“ – Tafel am Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

 

Ich weiß nicht mehr, wann genau dieses Hinweisschild „Bist du noch fit?“ kommt (ich glaube noch vor dem Rastplatz) aber man sollte die Frage auf jeden Fall ernst nehmen, kurz innehalten und sich fragen, ob man noch über ausreichend Muskelkraft und Energie verfügt. Der Klettersteig zieht sich ziemlich in die Länge und ist im oberen Teil anspruchsvoller und kraftzehrender als weiter unten.

 

 

 

 

Die letzten Meter vor dem Ausstieg, Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

Die letzten Meter vor dem Ausstieg, Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

 

Nach dem Rastplatz (der Pfad geht links weiter, ins Tal hinein) folgt zunächst eine kurze Gehstrecke, bei der man leider wieder ein paar der sich hart erarbeiteten Höhenmeter absteigt, die dann noch einmal geklettert werden müssen. Nun folgt der letzte Abschnitt, der es noch einmal in sich hat und einiges an Kraft und Körperspannung erfordert. Mal etwas sanfter und mal im reinen Kraftakt klettern wir die steile Wand hinauf, die noch vor uns liegt. Der allerletzte Anstieg an einer Grotte erfordert noch einmal echte Muskelkraft, doch dann haben wir es geschafft.

Am Ausstieg (TOP) des Klettersteigs auf ca. 1200 m warten zwei Bänke auf uns. Hier können wir den Klettergurt ausziehen und legen noch einmal eine verdiente Pause ein.

 

 

 

 

 

Ausstieg am Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

Ausstieg am Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

Bänke am Ausstieg des Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

Bänke am Ausstieg des Klettersteig Hoachwool, Naturns, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abstieg nach Naturns auf Wanderweg Nr. 10, Südtirol

Gemütlicher Abstieg nach Naturns auf dem Wanderweg Nr. 10, Südtirol

Dann folgen wir dem Pfad ein paar hundert Meter durch den lichten Wald des Naturnser Sonnenbergs, bis wir auf den Wanderweg Nr. 10 gelangen. Dort können wir entweder das kurze Stück hinauf zur Bergstation der Seilbahn Unterstell gehen (ca. 10-15 Minuten) und dann mit der Bahn zurück ins Tal fahren. Von dort aus gehen wir der Straße folgend zum Parkplatz unterhalb von Schloss Juval.

Alternativ gehen wir auf dem Wanderweg Nr. 10 zu Fuß hinunter Richtung Naturns (ca. 1 Stunde). Diesem Weg können wir bis fast ganz unten folgen. Damit wir dann jedoch nicht in Naturns selbst ankommen, sondern am Parkplatz des Vinschger Bauernladens, gehen wir bei einer rechts-links Abzweigung Richtung Seilbahn Naturns und etwas später gehen wir noch einmal rechts. Über einen kleinen Weg, der durch die Weinreben führt und manchmal recht verwachsen ist, gelangen etwas oberhalb der Staatsstraße bis zum Parkplatz am Eingang zum Schnalstal.

 

 

Klettersteig-Liebhaber kommen beim Hoachwool Klettersteig voll auf ihre Kosten. Tritthilfen sind nur dort angebracht, wo man sie wirklich benötigt. Ansonsten ist die Route abwechslungsreich und schön angelegt, das Stahlseil ist fein zu greifen. Trotz Handschuhen tun mir immer schon nach halber Strecke die Hände vom Greifen weh … Der gesamte Klettersteig ist mit nummerierten Plaketten versehen, die die Orientierung erleichtern. Auch und im Notfall kann der Bergrettung durch die Nummer des Abschnitts die genaue Position im Klettersteig durchgegeben werden.

Weitere nützliche Infos:

Ein detaillierter Tourenbericht über den Klettersteig Hoachwool mit Zusatzinfos, Topo-Übersicht und Orientierungshilfe finden sich auf: http://www.klettersteig.com/KS_Naturns/

Ein schönes Video des Tourismusverein Naturns über den Klettersteig Hoachwool: