Skitour aufs Hasenöhrl (3257 m) von Latscher Alm

Viele Wege führen nach Rom aufs Hasenöhrl! ;-)
Bei optimalen Firnverhältnissen freuen wir uns auf eine anspruchsvolle Skitour von der Latscher Alm (1714 m) aufs Hasenohr (3257 m).

Am Gipfelkreuz des Hasenöhrl (3256 m), Vinschgau, Südtirol

Am Gipfelkreuz des Hasenöhrl (3257 m), Vinschgau, Südtirol

Startpunkt: Zustieg ab Latscher Alm (1714 m)

Dauer: 4-5 Stunden

Karte: z.B. Kompass Nr. 069 (1:25.000)

Höhenunterschied: ca. 1600 hm

Sonstiges: Auf der schönen Latscher Alm kann man toll einkehren, die Sonne genießen und wird mit leckeren Getränken und Speisen bewirtet.

Wichtig: Diese recht anspruchsvolle Skitour ist nur bei absolut sicheren Verhältnissen (Firn) zu empfehlen und wird daher eher im späten Frühjahr gegangen.

Kurz vor 6 Uhr morgens starten wir an der Latscher Alm. Von dort aus haben wir an diesem schönen Maitag ca. 1 Stunde Zustieg zu Fuß. Die Skier am Rucksack befestigt geht es entlang des Steigs Nr. 2 Richtung Latscher Joch / Hasenöhrl, auch Hasenohr oder auf Italienisch „Orecchia di Lepre“ genannt, hinauf. Knapp 600 Höhenmeter legen wir zu Fuß zurück.

Knapp oberhalb des Latscher Waldes können wir die Skier zum weiteren Aufstieg nutzen. Im sogenannten „Latscher Loch“ geht es einen ersten recht steilen Hang hinauf an dessen oberen Ende eine flachere abgestufte Region ist. Wir gehen weiter und sehen etwas später zu unserer linken Seite den Weg entlang des Tarscher Jochwaals. Dieser führt uns bis unterhalb des Latscher Jochs, wo wir auch die Überreste von aus Steinblöcken gebauten Pfeilern eines früheren Aquädukts sehen. Hier am Latscher Joch befindet sich der Übergang ins Ultental, von wo aus man alternativ über die Kuppelwieser Alm das Hasenöhrl begehen kann. Wir bleiben auf Latscher Seite und gehen stetig leicht ansteigend in dieses hügelige Becken hinein. Zunächst gehen wir auf der linken Hangseite entlang und später über zwei Rücken in mehreren weiten Spitzkehren weiter hinauf.

Dann gelangen wir auf einen Übergang / Kamm, auf dessen Grat der Sommerweg zum Hasenöhrl verläuft. Auf der südöstlichen Seite (die südöstliche Seite der Blauschneid) fällt das Gelände relativ steil ab. Ein kleiner Bergsee, der zu dieser Zeit vom Kuppelwiesferner umgeben ist, befindet sich etwas unterhalb. Wir überschreiten den Kamm und queren flach den Hang der Blauschneid entlang, mal geht es auch leicht hinab, dann wieder hinauf, auf eine Stufe und nochmal flacher, bis der Hang des Kuppelwiesferner steil hinauf führt. Dieser Anstieg zum Gipfel des Hasenöhrl verlangt uns alles ab. Das gewaltige Gipfelkreuz wirkt so nahe, doch die Entfernung täuscht und mit jeder Spitzkehre wird die Luft etwas dünner. Wenigstens ist der Schnee perfekt und es geht kein Wind. Die letzten 200 Höhenmeter sind wirklich zäh für mich und ich kämpfe mich Spitzkehre um Spitzkehre nach oben. Ich weiß, ich brauche noch genug Kraftreserven für die Abfahrt … also gehe ich langsam, Schritt um Schritt weiter.

Endlich erreichen wir das riesige Gipfelkreuz auf 3257 m! Ein paar wenige andere Tourengeher sind bereits dort und rasten. Hier oben fegt der Wind und ich möchte eigentlich gar nicht lange bleiben. Doch eine kleine Pause brauche ich und ein großes Stück Schokolade :) Wir staunen über die unglaubliche Weitsicht an diesem Tag und das geniale Bergpanorama, das einem auf diesem Gipfel erwartet. Schnell machen wir ein Foto unterm Gipfelkreuz, dann fahren wir ab. Am steilen Gipfelhang haben wir Firn mit einer feinen Pulverschicht darüber, einfach perfekt! Durch eine kleine Rinne hinuntern gelangen wir wieder auf den flacheren Teil des Kuppelwiesferner und fahren im warmen Sonnenschein weiter ab, wie wir auch aufgestiegen sind. Nach der flachen Hangquerung müssen wir wieder ein paar Meter gutmachen und ich spiele kurz mit dem Gedanken noch mal die Felle aufzuziehen … aber es geht, ich gehe die paar Meter seitlich hinauf. Am Grat machen wir noch mal kurz Halt, denn mittlerweile ist es richtig warm geworden. Geschmeidig ziehen wir unsere Bögen über das flache Becken und können dann durch die ersten Bäume des oberen Latscher Waldes noch ein gutes Stück bis nach unten fahren. Wir rasten noch mal, packen die Skier wieder auf den Rucksack und machen uns auf den Fußmarsch zur Latscher Alm. Schnell haben wir den Steig gefunden, gehen zur Alm hinab und freuen uns auf ein Colaweizen und einen großen Teller Hüttenpasta. Wohl verdient!

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