Kilimanjaro Tag 6: Mweka Camp (3080 m) – Mweka Gate (1630 m)

 

Am Morgen unseres letzten Tages am Berg ziehe ich auch mein letztes frisches T-shirt an. Es geht heute nurmehr vom Mweka Camp (3.080 m) aus ca. 10 km durch den Regenwald hinunter zum Mweka Gate auf 1.630 m. Wir starten gleich nach dem Frühstück. Im Gegensatz zu den letzten Tagen dürfen wir heute voraus gehen und das Tempo machen. Unsere beiden Guides Fredy und Abel gehen hinter uns. Wir laufen zügig und leichtfüßig über den ausgetretenen Weg und versuchen all die Energie mitzunehmen, die uns der Berg zurück gibt. Der Pfad durch den dichten Regenwald ist breit und stufig angelegt. Obwohl wir ein recht zügig unterwegs sind, holen uns unsere Träger ein. Bald haben auch sie es geschafft. Jedes Mal, wenn einer von ihnen an uns vorbeiläuft machen wir eine Laola-Welle mit unseren Händen und jubeln lautstark. Die Jungs freuen sich darüber. Sie haben mit dem schweren Gepäck und all der Ausrüstung und den Vorräten wirklich einiges geschleppt. Zudem haben sie uns mit leckerem Essen versorgt und sich die ganze Zeit um uns gekümmert ohne dabei selbst nach irgendetwas zu fragen.

 

Ein riesiger Baum am Wegrand, Kilimanjaro, Tanzania

Ein riesiger Baum am Wegrand, Kilimanjaro, Tanzania

Ein Träger auf dem Weg zum Mweka Gate, Kilimanjaro, Tanzania

Ein Träger auf dem Weg zum Mweka Gate, Kilimanjaro, Tanzania

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straße durch den Regenwald kurz vor dem Mweka Gate, Kilimanjaro, Tanzania

Straße durch den Regenwald kurz vor dem Mweka Gate, Kilimanjaro, Tanzania

Am Wegrand stehen beachtlich große Bäume, deren Stamm einen Durchmesser von mehreren Metern aufweist. Wie alt wohl dieser Baum ist? Schon ein gutes Stück vor dem Mweka Gate wird der Pfad dann zu einem breiten Fahrweg. Bereits Vormittags kommen wir am Nationalpark Gate an, als die zweite Gruppe am heutigen Tag überhaupt. Unsere Kilimanjaro-Tour geht damit so langsam aber sicher zu Ende. Zunächst tragen wir uns, wie jeden Tag, im Nationalpark-Buch ein und bestätigen mit einer Unterschrift, dass wir den Uhuru Peak erreicht haben und nun sicher zurück sind. Fredy organisiert Gipfel-Urkunden für uns und am Parkplatz wartet bereits unser Fahrer. Das Gepäck wird gerade auf dem Dach des Busses verankert und nur wenige Momente später fahren wir gemeinsam mit ein paar Jungs aus unserer Crew zurück nach Moshi. Kurz nach dem Dorf Mweka fahren wir an Kaffee-Plantagen vorbei und Fredy erklärt uns, dass sie dem Tchibo Kaffee-Konzern gehören. Zwischen den Kaffee-Pflanzen stehen vereinzelt magere Kühe. Der Fahrer ist wie immer rasant unterwegs und wir sind nach einer kurzweiligen Fahrt schon zurück im Hotel. Es ist fast ein bisschen komisch, einfach wieder den Wasserhahn aufdrehen zu können. Aber die langersehnte Dusche tut einfach nur gut :) Etwas später treffen wir dann unseren Guide Fredy zum Mittagessen. Wir zeigen ihm ein paar Handy-Fotos von unseren Touren in den Alpen und er staunt darüber mit wie viel Schnee die Berge bei uns im Winter bedeckt sind. Aber ganz besonders gefallen ihm die vielen Bäche und Wasserfälle, über die im Frühjahr das Schmelzwasser hinab ins Tal fließt. Er möchte wissen, was die Menschen bei uns mit all dem Wasser machen. Ich verstehe die Frage nicht ganz und Fredy fügt erklärend hinzu: „Well, if I had more water I could do more farming.“ Da begreife ich erst, wie wichtig und kostbar das Wasser für ihn und die anderen Einheimischen am Kilimanjaro ist und wie unbekümmert wir bei uns mit dieser Ressource umgehen. Es macht mich nachdenklich, dass irgendwann in naher Zukunft die Gletscher am Kilimanjaro (wie auch in den Alpen) abgeschmolzen sein werden, wodurch sich der Wasserzulauf in den trockenen Sommermonaten weiter verringert. Es ist kaum vorstellbar, welche Folgen dies für die Bauern und Hirten vor Ort haben wird. Nachdem wir uns von Fredy verabschiedet haben, geht auch unser Kilimanjaro-Abenteuer zu Ende. Doch die vielen Erlebnisse und einzigartigen Momente der letzten 6 Tage am Berg sind unvergesslich. Ahsante sana Tanzania!

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