Kilimanjaro Tag 3: Shira Camp (3845 m) – Lava Tower (4640 m) – Barranco Camp (3960 m)

Am heutigen dritten Tag geht es vom Shira Camp (3.845 m) über den Lava Tower (4.640 m) zum Barranco Camp (3.960 m), ganz nach dem Motto: „walk high, sleep low“. Dieser Tag dient sozusagen der Akklimatisierung. Es ist extrem wichtig, dass sich der Körper an die veränderten Bedingungen in großer Höhe langsam anpassen kann, denn ein zu rascher Aufstieg schadet nicht nur der Gesundheit, man bringt dadurch auch sich und andere in Gefahr. Nicht zuletzt wäre somit auch die einmalige Chance den Gipfel zu erreichen verspielt.

 

Nahe des Lava Towers, Kilimanjaro, Tanzania

Unterer Teil des Lava Towers, Kilimanjaro, Tanzania

Lava Tower (4.640 m) Kilimanjaro, Tanzania

Lava Tower (4.640 m) Kilimanjaro, Tanzania

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg geht über ein schier endloses Geröllfeld stetig leicht ansteigend. Mit jedem Höhenmeter wird die Landschaft karger und bald sind nur noch weniger Grasbüschel auszumachen, dafür aber unzählige Geröllblöcke. Mit zunehmender Höher wird zudem die Luft dünner und das spürt man nun deutlich. Dann erreichen wir eine Wegkreuzung, an der zum einen die von Nordwesten kommende Lemosho Route (und Londorossi Route) einmündet und zum anderen die Träger abbiegen, um flach, bzw. leicht bergab weiterzugehen in Richtung des Barranco Camps. Den meisten von ihnen bleibt der weitere Aufstieg zum Lava Tower erspart. Wir gehen gemütlich weiter und erreichen nach insgesamt ca. 2,5 Stunden des Aufstiegs den markanten Lava Tower, ein großes, freistehendes Felsmassiv aus dunklem Lavagestein. Es beginnt nun leicht zu nieseln und es ist ziemlich kühl. Wir machen unsere Mittagspause am Fuße des Lava Tower. Ich esse mein Sandwich ohne meine Handschuhe auszuziehen. Unter dem Stein sehe ich eine kleine Maus hervorkriechen und werfe ihr ein paar Brösel hin. Sofort sind auch zwei große Krähen im Anmarsch, die nur darauf warten, bis ich den kleinen Hühnchenschenkel aus der Lunchbox abgeknabbert habe.

 

'Senecio kilimanjari' - Riesenkreuzkraut, Kilimanjaro, Tanzania

‚Senecio kilimanjari‘ – Riesenkreuzkraut, Kilimanjaro, Tanzania

Blick auf den Kibo, Kilimanjaro, Tanzania

Blick auf den Kibo, Kilimanjaro, Tanzania

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Riesenkreuzkraut im Barranco Valley, Kilimanjaro, Tanzania

Riesenkreuzkraut im Barranco Valley, Kilimanjaro, Tanzania

Fredy erklärt uns, dass man vom Lava Tower aus über die Western Breach Route direkt zum Gipfel aufsteigen kann. Jedoch ist diese Route guten Kletterern vorbehalten und es besteht zudem eine hohe Gefahr durch Steinschlag. Wir nehmen lieber den Weg hinab durch das Barranco Valley zum gleichnamigen Camp. Der Abstieg ist eine willkommene Abwechslung und schon bald wachsen auch wieder die für dieses Tal typischen Riesenlobelien und Senecien. Hoch über uns erstreckt sich die Breach Wall und es sind einige kleinere Schneereste zu erkennen. Als wir bereits gegen 13 Uhr im Barranco Camp (3.960 m) ankommen, verdichten sich die Wolken und schon kurze Zeit später regnet es mehrere Male kurz aber kräftig. Dann scheint plötzlich wieder die Sonne aber wir sind dennoch froh nicht nass geworden zu sein. Wir trinken Tee, essen Nüsse und spielen ein wenig Karten. Die Höhe und das tägliche Gehen machen mich müde. In der dämmernden Abendsonne werfen wir noch einen letzten Blick auf die Barranco Wall, eine leichte Kletterpassage, die gleich morgen nach dem Frühstück auf uns wartet (die Barranco Wall wird deshalb auch „Breakfast“ genannt).

 

Hier geht’s zur nächsten Etappe: Kilimanjaro Tag 4: Barranco Camp (3.960 m) – Karanga Camp (4.035 m) – Barafu Camp (4.640 m)

2 Gedanken zu “Kilimanjaro Tag 3: Shira Camp (3845 m) – Lava Tower (4640 m) – Barranco Camp (3960 m)

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