Kilimanjaro Tag 1: Machame Gate (1790 m) – Machame Camp (3010 m)

 

Für unsere Trekkingtour auf den Kilimanjaro haben wir uns für die 6-tägige Machame Route entschieden. Zur Vorbereitung und Akklimatisierung haben wir in den letzten 4 Tagen bereits den nahegelegenen Mount Meru (4.566 m) erklommen (hier geht es zum Mount Meru Tourenbericht).

 

Am Parkplatz des Machame Gate, Kilimanjaro, Tanzania

Am Parkplatz des Machame Gate (1.790 m), Kilimanjaro, Tanzania

Die Machame Route des Kilimanjaro beginnt am 1.790 m hoch gelegenen Machame Gate auf südöstlicher Seite des weitläufigen Bergmassivs. Nach dem Frühstück fahren wir gemeinsam mit ein paar anderen Bergtouristen und unserem Guide von Moshi aus zum Nationalpark Gate. Unser Gepäck ist, wie es hier so üblich ist, auf dem Dach des Busses verstaut und wir haben nur den Tagesrucksack immer griffbereit bei uns. Die Busse, die uns auf der Landstraße entgegenkommen sind vollgestopft mit Menschen. Da macht es durchaus Sinn das Gepäck auf dem Dach zu transportieren, damit im Innenraum mehr Platz ist. Unser Fahrer ist recht rasant unterwegs und ich frage mich wie weit die Fracht auf dem Dach bei einem abrupten Bremsmanöver wohl nach vorne fliegen würde … als wir von der Hauptstraße abzweigen und durch immer grünere Vegetation fahren beginnt es leider etwas zu regnen. Neben einer Bananenplantage hält unser Fahrer  kurz an und während der Koch in unserer Begleitmannschaft noch frisches Obst und Gemüse kauft, überprüft der Fahrer die Plane, die über die Gepäckstücke auf dem Dach des Busses gespannt ist. Er zurrt die Leinen noch einmal fest und ich hoffe einfach nur, dass mein Schlafsack dort auf dem Dach auch heute Abend noch trocken sein wird.

Dann fahren wir durch das Gate und es warten dort dutzende junge Männer ungeduldig darauf von einem der Guides als Porter (Träger) ausgewählt zu werden und mit auf den Berg zu gehen. Auf einen Touristen kommen in der Regel 3 Porter und pro Gruppe gibt es zudem einen Cook (Koch), einen Waiter (Servierer), einen Assistant Guide (Assistenzbergführer) und natürlich den Chief Guide (Bergführer). Wir sind zwar lediglich zu zweit aber unsere Crew besteht insgesamt aus 9 Personen. Für die gesamte Crew müssen Essensvorräte mitgenommen werden, sowie mehrere Zelte und eine komplette Küchenausrüstung inklusive Gaskocher. Logistisch ist das eine große Herausforderung aber wir werden von unserem Guide Fredy später noch erfahren, warum das so gehandhabt wird. Sobald wir am Gate aus dem Bus aussteigen verlieren wir unser großes Gepäck sofort aus den Augen, denn die Jungs beginnen unverzüglich jedes Gepäckstück in einem großen Sack zu verstauen und es fortzutragen. Ich bin erleichtert darüber, dass wir die Abläufe schon vom Mount Meru her gewöhnt sind, denn so kann ich eigentlich ziemlich gelassen sein, was das Wiedersehen mit unserem Gepäck angeht. Ich verlasse mich einfach darauf, dass das irgendwie funktioniert und meine Tasche heute Abend in unserem Zelt stehen wird. Da muss man einfach gelassen bleiben, auch wenn es nicht gerade leicht ist, bedenkt man den Gesamtwert meiner Ausrüstung in der Tasche … Hier am Kilimanjaro sind im Vergleich wahre „Massen“ an Touristen, was ich extrem störend empfinde aber ich denke das wird sich auf diesem gewaltigen Berg schon verlaufen.

Mittlerweile regnet es ziemlich kräftig aber wir müssen ohnehin noch etwas warten und die üblichen Formulare unterzeichnen. Als der Regen wieder etwas leichter wird, kommt endlich unser Guide Fredy und wir starten! Unser Kilimanjaro Abenteuer geht los!! Endlich, denn mittlerweile ist es schon fast Mittag … zum Glück liegen heute laut Plan „nur“ ca. 9 km und etwa 1.200 Höhenmeter vor uns, das sollte also machbar sein. Insgesamt sind es vom Machame Gate bis zum Uhuru Peak ganze 42 km, also genau eine Marathon-Strecke aber hinzu kommen natürlich die mehr als 4.000 Höhenmeter, die es zu überwältigen gilt.

 

Die Zelte unserer Gruppe im Machame Camp (3.010 m), Kilimanjaro, Tanzania

Die Zelte unserer Gruppe im Machame Camp (3.010 m), Kilimanjaro, Tanzania

Zunächst führt uns eine breite Forststraße relativ steil in den Regenwald hinein. Ständig werden wir von Trägern überholt. Es hat beinahe aufgehört zu regnen aber die Luft ist ziemlich feucht. Nach einiger Zeit endet die Straße und es beginnt ein relativ breiter und gut angelegter Trail. Wir gehen recht zügig und holen bald die ein oder andere Touristengruppe ein. Fredy lässt uns in unserem eigenen Tempo gehen, damit er besser einschätzen kann, wie gut unsere Kondition ist. Der Regenwald ist dicht aber es ist dennoch relativ still und man hört nur ganz selten mal das Schreien eines Affen oder von einem Vogel. Lange Flechten hängen von den Bäumen und es sieht hier wirklich aus wie im Dschungel. Der Wald reicht bis auf ca. 2.700 m. Dadurch sind in diesem Bereich auch die Temperaturen relativ moderat und es hat selten über 25°C. Im letzten Abschnitt der heutigen Tagestour wird der Wald dann lichter und die Landschaft geht so langsam in die Heide- und Moorzone über. Am späteren Nachmittag erreichen wir dann nach einer eher unspektakulären Tageswanderung das Machame Camp auf 3.010 m. Unser geräumiges Zelt ist bereits aufgebaut und unser Waiter Emanuel versorgt uns sogleich mit Tee und frisch gemachtem Popcorn. Yummy!

Um uns herum werden noch weitere unzählige Zelte aufgebaut und nach einiger Zeit füllt sich das Camp mit all den anderen Bergtouristen. Vor den wenigen Toiletten-Häusern bilden sich zeitweise sogar kurze Warteschlangen. Die Toiletten sind der einzig große Nachteil dieses Trekkings (und es sollte weiter oben am Berg noch wesentlich unangenehmer werden). Der Gestank und die Mücken vor und in den Toiletten-Räumlichkeiten sind unerträglich aber so ist das eben. Es gibt kein fließendes Wasser und die Hygiene beschränkt sich insgesamt auf ein Minimum. Jeden Tag bekommen wir, wie schon auch am Mount Meru, morgens nach dem Aufstehen sowie abends vor dem Essen eine Schüssel mit warmem Wasser und ein Stück Seife. Damit kann man sich wenigstens etwas waschen aber ich bin froh, dass wir ein Hygiene-Gel, feuchte Tücher und Einmalwaschlappen dabei haben. Gegen 18:30 Uhr wird es draußen bereits dunkel und sobald die Sonne untergegangen ist wird es hier ziemlich schnell auch ziemlich frisch. Nach einem schmackhaften und reichhaltigen Abendessen im eigenen Essenszelt (welch ein Luxus!) trinken wir noch eine Tasse Tee mit Fredy und besprechen den heutigen Tag und was morgen auf uns zukommt. Bevor wir uns dann in unsere Schlafsäcke verkriechen, filtern wir noch das Wasser für den nächsten Tag. Das Wasser, das wir von Antipas unserem Koch bekommen, wird zwar stets abgekocht, aber wir wollen auf Nummer Sicher gehen, denn eine durch Keime verursachte Durchfallerkrankung hier am Berg wäre wirklich sehr unangenehm. Zudem hat das ungefilterte Wasser einen seltsamen Geruch. Sicher ist sicher. Dann kuschle ich mich in meinen Schlafsack und möchte gerne einschlafen aber leider gibt es ein paar größere Gruppen im Camp, die sich bis lange in die Nacht lautstark unterhalten über alle möglichen Themen und Details, die mich überhaupt nicht interessieren … morgen Früh werden wir versuchen so bald wie möglich aufzubrechen.

 

Hier geht’s zur nächsten Etappe: Kilimanjaro Tag 2: Machame Camp (3.010 m) – Shira Camp (3.845 m)

2 Gedanken zu “Kilimanjaro Tag 1: Machame Gate (1790 m) – Machame Camp (3010 m)

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