Mount Meru und Kilimanjaro Trekking in Tanzania

Der alpenwelten Blog erweitert seine Horizonte! :) Im September 2015 sind wir nach Tanzania gereist, um uns den fantastischen Mount Meru (4.566 m) und den mächtigen Kilimanjaro (5.895 m) mal ganz aus der Nähe anzusehen. Hier gibt es nun endlich unseren Bericht dieser einzigartigen Trekkingtour mit unvergesslichen Momenten und Erlebnissen.

Sonnenaufgang am Kilimanjaro, fotografiert vom Gipfel des Mount Meru (4.566 m), Tanzania

Sonnenaufgang am Kilimanjaro, fotografiert vom Gipfel des Mount Meru (4.566 m), Tanzania

Ein paar grundlegende Informationen

Jährlich lockt der Kilimanjaro als höchster Berg Afrikas rund zwanzigtausend Touristen und Bergbegeisterte aus aller Welt nach Tanzania. Das gewaltige Bergmassiv vulkanischen Ursprungs dehnt sich auf über 40 km aus und ragt über 4.000 m aus dem umliegenden Steppenland empor. Damit bildet der Kilimanjaro den größten freistehenden Berg weltweit und wurde 1987 zum UNESCO Weltnaturerbe deklariert. Der Kibo (Swahili ‚der Helle’) mit dem Uhuru Peak (5895 m) ist die höchste Erhebung am Kilimanjaro Massiv und zudem einer der einzigen (noch) vergletscherten Gipfel Afrikas. Das gesamte Gebiet ist als Kilimanjaro Nationalpark unter Schutz gestellt.

Die Besteigung des Kilimanjaro gilt zwar (je nach Route) als technisch wenig schwierig, jedoch dürfen die enorme Höhe und die extremen Temperaturverhältnisse am Berg auf keinen Fall unterschätzt werden! Während am Fuße des Berges um die 25°C bis 30°C üblich sind, können am Gipfel durchaus Werte von -15°C bis -20°C erreicht werden. In extremen Höhenlagen ist zudem der Sauerstoffmangel ein Problem und es kann zur sogenannten Höhenkrankheit kommen. Durch den geringeren Luftdruck in größerer Höhe verringert sich nämlich auch der Sauerstoffpartialdruck. Auf 5.500 m Höhe beträgt dieser nur noch etwa die Hälfte, wodurch auch die Leistungsfähigkeit spürbar vermindert ist. Eine ausreichende Höhenanpassung (Akklimatisierung) ist deshalb unerlässlich! Uns hat das Trekking am Mount Meru, welcher mit 4.566 m sozusagen der „kleine Bruder“ des Kilimanjaro ist, sehr zum Eingewöhnen geholfen. (Nicht nur in Hinblick auf die Höhe sondern auch generell, um die Abläufe und Gegebenheiten vor Ort besser zu verstehen.)

Mount Kilimanjaro climbing routes, Tanzania

Mount Kilimanjaro climbing routes, farblich hervorgehobene Machame Route, (© 2011 tomkunkler.de), Tanzania

Derzeit kann der Kilimanjaro über 6 Hauptaufstiegsrouten aus verschiedenen Himmelsrichtungen begangen werden, von denen besonders die Marangu und die Machame Route relativ stark frequentiert sind. Während man entlang der südöstlichen Marangu Route in Hütten untergebracht ist, nächtigt man bei allen anderen Routen in Zelten (Camps). Wir haben uns für die südwestliche Machame Route entschieden, welche im gleichnamigen Dorf am Fuße des Bergmassivs beginnt. Beim Aufstieg zum Gipfel durchwandert man sämtliche Klima- bzw. Vegetationszonen der Erde, angefangen vom üppigen Regenwald, über Heide- und Moorland, durch eine schier endlose und karge Steinwüste bis hin zur lebensfeindlichen Gipfelzone, welche ab ca. 5.000 m Höhe beginnt. Die Machame Route ist landschaftlich sehr reizvoll und bietet atemberaubende Weitblicke über das Bergmassiv. Sie ist eine der am häufigsten gewanderten Routen und wird üblicherweise in 6-10 Tagen begangen, je nach Anzahl der zusätzlichen Akklimatisierungstage, die eingelegt werden, damit sich der Körper an die extreme Höhe gewöhnen kann.

Sowohl der Mount Meru als auch der Kilimanjaro dürfen nur mit einem Bergführer (Guide) bestiegen werden. Man braucht diverse Genehmigungen, um sich in den beiden Nationalparken überhaupt aufhalten zu dürfen. Es geht hier unserer Meinung nach nicht darum Geld zu machen sondern darum, dass sich dieser einmalige Naturraum trotz der touristischen Nutzung nachhaltig entwickeln kann und die Artenvielfalt erhalten bleibt (durch Wilderei sind in den letzten 100 Jahren schon zu viele Arten unnötig ausgerottet worden, so zum Beispiel gab es früher am Fuße des Meru wohl auch Flusspferde). Für den Norden Tanzanias ist der Berg- und Safari-Tourismus ein wichtiger Faktor. Neben dem Bergführer wird jede Touristengruppe von einer Begleitmannschaft bestehend aus 2-3 Trägern (Porter) pro Person, Koch (Cook), Servierer (Waiter) und je nach Gruppengröße einem Assistenz-Bergführer (Assistant Guide) begleitet.

Mount Meru (4.566 m) mit Ashcone, fotografiert von Mgongo wa Tembo Aussichtspunkt, Tanzania

Mount Meru (4.566 m) mit Ashcone, fotografiert von Mgongo wa Tembo Aussichtspunkt, Tanzania

Der Mount Meru liegt etwa 60 km südwestlich des Kilimanjaro im Arusha Nationalpark und ist mit 4.566 m Höhe der dritthöchste Berg in Tanzania. Auch der Meru ist durch vulkanische Aktivitäten entstanden, eine letzte kleinere Eruption soll es 1910 gegeben haben. Besonderes Merkmal des Meru ist seine Caldera (sein Krater), welche einen Durchmesser von 3,5 km misst und in deren Inneren sich ein weiterer kleiner Krater befindet, welcher als Ashcone (Aschekegel) bezeichnet wird und gut vom größeren Kraterrand aus gesehen werden kann. Ursprünglich war der Meru noch wesentlich höher, ein großer Teil des Gipfels wurde jedoch bei einem Vulkanausbruch in Vorzeiten „weggesprengt“.

 

 

Mount Meru climbing routes, Tanzania

Mount Meru climbing routes, (© 2006 harms-ic-verlag), Tanzania

Im Vergleich zum Kilimanjaro wird der Meru von wesentlich weniger Touristen begangen und wird wenn, dann meist zur Gewöhnung und Akklimatisierung auf eben diesen genutzt. Die Besteigung des Meru erfordert keine besonderen technisch Fähigkeiten, Trittsicherheit und sehr gute Kondition sind jedoch unabdinglich (besonders am Gipfeltag!). Auch die Höhe des Meru darf keinesfalls unterschätzt werden. Die Umgebung ist landschaftlich faszinierend und der Regenwald am Fuße des Berges ist sehr artenreich. Der Auf-/Abstieg erfolgt weitgehend auf der selben Route und üblicherweise in einer 4-tägigen Tour (auch 3 Tage sind möglich aber nicht unbedingt empfehlenswert). Am Berg ist man in gut gepflegten Berghütten (mit 4-Bett-Zimmern) untergebracht und wird, wie auch am Kilimanjaro, von einer Begleitmannschaft unterstützt (Guide, Porters, Cook, Waiter). Zudem wird zur eigenen Sicherheit jede Touristengruppe von einem Ranger begleitet, da man hier durchaus auf große Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Büffel, Zebras oder gar Leoparden treffen kann. Unser Ranger Sunday hat uns viel Interessantes zu den Pflanzen und Tierarten im Arusha Nationalpark erklärt und uns zudem ein paar nützliche Worte Swahili beigebracht.

Insgesamt würden wir eine solche Trekkingtour in der Kombination Meru und Kilimanjaro auf jeden Fall wieder machen. Generell ist ein Aufenthalt in den Bergen Afrikas eine reichhaltige Erweiterung des eigenen Horizonts und kann auch eine sehr lehrreiche Erfahrung sein, an der man durchaus wachsen kann – in vielfältiger Hinsicht. Wir weisen hier aber auch auf darauf hin, dass jeglicher „Massentourismus“ am Berg auch kritische Seiten hat. Was daher ein jeder, der ein solches Abenteuer wagen möchte, unbedingt im Gepäck haben sollte ist die nötige Portion Respekt – vor dem Berg, den Einheimischen sowie der Begleitmannschaft, den spärlich vorhanden Ressourcen und nicht zuletzt vor dem einzigartigen Naturraum, in dem man sich dort bewegt.

Nun aber wünschen wir euch viel Freude beim Durchlesen unseres Berichts. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr uns gerne eine Nachricht schreiben.

Unser gesamtes Tanzania Trekking Erlebnis gliedert sich in zwei Teile, von denen die jeweiligen Tagesetappen als einzelne Blog-Post beschrieben sind: