Von Latsch / St. Martin auf die Zerminiger Spitze (3109 m)

Startpunkt: Latsch, wahlweise Talstation oder Bergstation der Seilbahn St. Martin

Anfahrt: die Seilbahn St. Martin befindet sich beim Kreisverkehr am östlichen Dorfrand von Latsch (neben dem Campingplatz an der Etsch); Parkmöglichkeit direkt an der Talstation der Seilbahn; vom Bahnhof Latsch in 5-10 Minuten zu Fuß zu erreichen

Karte: Kompass Nr. 52

Dauer: Aufstieg ca. 7-7,5 Stunden, Abstieg je nach Route ca. 3-4 Stunden (Richtwerte)

Höhenunterschied: ca. 2700 hm (Latsch 642 m – Zerminiger Spitze 3109 m)

Sonstiges: Einkehrmöglichkeit Bergstation St. Martin (1740 m)

 

Blick ins wolkenbehangene Tal, am Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

Blick ins wolkenbehangene Tal, am Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

Für diese längere Bergtour auf die Zerminiger Spitze (3109 m) benötigt man gute Kondition und Trittsicherheit. Relativ früh am Morgen gehen wir an der Talstation der Seilbahn St. Martin in Latsch los (642 m). Direkt am Kreisverkehr der Staatsstraße (östlicher Dorfrand Latsch) beginnt der Wanderweg Nr. 7 in Richtung „St. Martin im Kofel“. Wie auch bei der in einem anderen Beitrag beschriebenen Rundwanderung am Latscher Sonnenberg, folgen wir diesem Wanderweg und der Beschilderung hinauf nach St. Martin. Obwohl es erst gegen 8:30 Uhr ist, macht uns die schwüle Luft am Sonnenberg bereits zu schaffen und wir kommen ins schwitzen obwohl wir gerade erst losgegangen sind. Erst nachdem wir den dicht bewachsenen unteren Bereich des Sonnenbergs hinter uns gelassen haben, wird die Luft etwas frischer. Der Weg ist normalerweise stark frequentiert, doch wir begegnen heute bis zur Bergstation der Seilbahn nur einer einzigen Trail-Läuferin. Nach ca. 2-2,5 Stunden erreichen wir St. Martin im Kofel (1740 m) und gönnen uns im Seilbahn-Restaurant eine Pause mit köstlichem Kaffee und frischem Kaiserschmarren. Nach diesen ersten 1000 Höhenmetern dürfen wir das und genießen die Rast :) – die Ladung Zucker werden wir für den bevorstehenden langen Aufstieg durchaus benötigen! Natürlich kann man wahlweise auch mit der Bahn bis St. Martin hinauffahren oder hinunterfahren und spart sich somit ca. 1000 Höhenmeter.

Direkt an der Bergstation St. Martin gehen zahlreiche Wanderungen und Touren los. Wir folgen dem Wanderweg Nr. 6 mit Ziel „Zerminiger“, welcher gleich mal links abbiegt. Ein breiter Wiesen-/Forstweg führt durch den Wald und zu einem Wiesenboden hinauf, auf dem Kühe und Schafe weiden. An einer Alm (St. Martin Alpl?) biegen wir sozusagen dem Wegweiser folgend auf den Wiesenweg links ab und gehen weiter bergauf.

 

Wegweiser zur Zerminiger Spitze, St. Martin im Kofel, Vinschgau, Südtirol

Wegweiser zur Zerminiger Spitze, St. Martin im Kofel, Vinschgau, Südtirol

Markierung, Wanderweg Nr. 6, Vinschgau, Südtirol

Markierung, Wanderweg Nr. 6, Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemütlich führt uns der Pfad durch den Wald und über Wiesen bis zur Baumgrenze, wo der Weg schließlich steiniger wird aber immer sehr gut begehbar ist. Nebelschwaden ziehen herauf und hüllen im Nu das gesamte Tal ein. Doch schon wenige Minuten später reißt der Himmel wieder auf und die Nebel verschwinden ebenso schnell wie sie gekommen sind. Wir müssen das Wetter gut im Auge behalten, nicht dass noch zu einem Gewitter kommt!

Pfad an der Baumgrenze, oberhalb von St. Martin im Kofel, Vinschgau, Südtirol

Pfad an der Baumgrenze, oberhalb von St. Martin im Kofel, Vinschgau, Südtirol

 

 

 

Vor dem Bergkamm der Goldrainer Alpe erreichen wir ein Wiesen-Plateau mit einer schönen aber wohl namenlosen Hirtenhütte, die immerhin aber über eine Satellitenschüssel auf dem Dach verfügt :). Hinter der Hütte beginnt in nord-westlicher Richtung die stetig ansteigende relativ lange Hangquerung unterhalb der Grauen Wand. Sehr charakteristisch diese schöne Bergwelt.

 

 

 

 

 

Hütte bei Goldrainer Alpe, Vinschgau, Südtirol

Hütte bei Goldrainer Alpe, Vinschgau, Südtirol

Wiesenweg an der Goldrainer Alpe, Vinschgau, Südtirol

Wiesenweg an der Goldrainer Alpe, Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal geht der Weg steil wie durch eine Scharte hinauf und dann erreichen wir schon die Schäferhütte auf 2720 m. Der größte Anstieg ist bereits geschafft. Von der Kante an der Schäferhütte aus, sieht man bereits das Gipfelkreuz der Grauen Wand (2778 m), welches hier direkt am Weg auf 2731 m angebracht ist. Nach einer kurzen Rast und Trinkpause folgen wir der Markierung in Richtung Niederjöchl und Zerminiger. Als verbleibende Gehzeit sind hier 2 Stunden angegeben.

 

Steig bei der Querung der Goldrainer Alpe, Vinschgau, Südtirol

Steig entlang der Goldrainer Alpe, Vinschgau, Südtirol

Blick zurück zur Vermoispitze (?), Vinschgau, Südtirol

Blick zurück zur Vermoispitze (?), Vinschgau, Südtirol

Schäferhütte (2720 m) an der Grauen Wand, Vinschgau, Südtirol

Schäferhütte (2720 m) an der Grauen Wand, Vinschgau, Südtirol

Gipfelkreuz Graue Wand auf 2731 m, Vinschgau, Südtirol

Wolkenverhangenes Gipfelkreuz der Grauen Wand auf 2731 m, Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Markierung Wanderweg Nr. 6 zum Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

Markierung Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

 

 

Wir steigen wieder etwas hinab und passieren kurz darauf das nächste Gipfelkreuz, welches zum Niederjöchl (2662 m) gehört. Hier zweigt auch der Wanderweg Nr. 20 B zur Penauderalm ab. Der Blick in nördliche Richtung ins Penaudtal wirkt durch die erneut aufziehenden Wolkenschleier wie aus einem Film. Dieses abgelegene, steinige Hochplateau mit einigen übrigen Schneefeldern und kleinen Seen heißt „Bei den Augengläsern“ und erinnert mich irgendwie an eine Skandinavische Landschaft.

 

 

 

Hochplateau am Niederjöchl, Vinschgau, Südtirol

Hochplateau am Niederjöchl, Vinschgau, Südtirol

Wegweiser am Niederjöchl mit Abzweigung zur Penauderalm (20B), Vinschgau, Südtirol

Wegweiser am Niederjöchl mit Abzweigung zur Penauderalm (20B), Vinschgau, Südtirol

Gipfelkreuz Niederjöchl, 2662 m, Vinschgau, Südtirol

Gipfelkreuz Niederjöchl, 2662 m, Vinschgau, Südtirol

Vom Niederjöchl weiter Richtung Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

Vom Niederjöchl weiter Richtung Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Querung geht noch länger weiter, einmal kommen wir an einem angelegten Wasserwaal vorbei (und das in dieser Höhe!). Der Weg verläuft nun relativ flach und nur leicht ansteigend immer weiter durch ähnliches Gelände. Eher unbemerkt passieren wir später den Rosskopf (2891 m), folgen dem Weg weiterhin in nord-westlicher Richtung und immer wieder geht es über Geröll und Fels. Dann erreichen wir nach einem kurzen Anstieg den Vorgipfel des Zerminiger mit Gipfelkreuz (3059 m). Hier treffen wir auf den Wanderweg Nr. 7 (von Schönputz kommend) und 7B (von der Stierhütte / Schlandrauntal kommend), welche beide als alternative Abstiegsroute geeignet sind.

 

Schneereste im Juni, auf dem Weg zur Zerminiger Spitze, Vinschgau, Südtirol

Schneereste Mitte Juni, auf dem Weg zur Zerminiger Spitze, Vinschgau, Südtirol

Das Ziel vor Augen: Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

Ziel vor Augen: Zerminiger Spitze (3109 m), der Aufstieg erfolgt über den nach links abfallenden Grat, Vinschgau, Südtirol

Vorgipfel (3059 m) der Zerminiger Spitze, Vinschgau, Südtitrol

Vorgipfel (3059 m) des Zerminiger, Vinschgau, Süditrol

Grat zum Zerminiger Hauptgipfel, Vinschgau, Südtirol

Grat zum Zerminiger Hauptgipfel, Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gipfelkreuz am Zerminiger Vorgipfel (3059 m), Vinschgau, Südtirol

Gipfelkreuz am Zerminiger Vorgipfel (3059 m), Vinschgau, Südtirol

 

 

Wir zweigen nach rechts in nördliche Richtung ab, der Gipfel des Zerminiger ist in greifbarer Nähe. Es geht den Gipfelgrat entlang, an dem Trittsicherheit gefragt ist, und wir erreichen nach etwa einer Viertel Stunde den Gipfel der Zerminiger Spitze! Ganz allein stehen wir auf 3109 m und genießen die atemberaubende Aussicht. Wir gönnen uns eine wohlverdiente Pause und machen ein paar Photos als sich plötzlich die Wolken verdichten.

 

 

 

 

 

Blick in Nordwestliche Richtung vom Grat des Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

Blick in Nordwestliche Richtung vom Grat des Zerminiger, Vinschgau, Südtirol

Am Gipfel der Zerminiger Spitze, Vinschgau, Südtirol

Am Gipfel der Zerminiger Spitze, Vinschgau, Südtirol

Das "Gipfelkreuz" der Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

Das „Gipfelkreuz“ der Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

Gipfelpanorama, Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

Gipfelpanorama, Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gipfelpanorama, Zerminiger Spitze (3109 m),  Bei den Augengläsern, Vinschgau, Südtirol

Gipfelpanorama, Zerminiger Spitze (3109 m), Bei den Augengläsern, Vinschgau, Südtirol

Gipfelpanorama, Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

Gipfelpanorama, Zerminiger Spitze (3109 m), Vinschgau, Südtirol

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rasch machen wir uns auf den Weg zurück. Als wir wieder den Vorgipfel erreichen ist die Sicht bereits deutlich schlechter geworden und es beginnt zu regnen. Wir hatten eigentlich geplant über den Wanderweg Nr. 7 nach Schönputz und Tappein abzusteigen, bemerken jedoch bald, dass wir uns nicht auf der geplanten Route befinden, sondern auf dem Wanderweg Nr. 7B in westlicher Richtung zur Stierhütte. In der Eile wegen des Wetterumschwungs und der schlechten Sicht haben wir den falschen Pfad erwischt. Aber wir nehmen den Umweg über das Schlandrauntal in Kauf, denn umkehren und erneut aufsteigen möchten wir bei diesem Wetter lieber nicht. Dem Regen ist es leider auch zu „verdanken“, dass es hier keine Photos vom Rückweg gibt. Schade.

Kurz vor der Stierhütte (2280 m) hört es zum Glück wieder auf zu regnen. Man kann auch hier über den Wanderweg 7A relativ flach Richtung Schönputz zurück gehen (was zunächst ja geplant war), allerdings entscheiden wir uns spontan weiter ins Tal abzusteigen – und nehmen damit noch einen weiteren Umweg in Kauf, der uns am Ende wirklich die letzten Kräfte raubt. Ab der Stierhütte beginnt ein steiler Abstieg am Bergfluss entlang hinunter zum Schupferhof. Ab dort führt der Fahrweg schier endlos durch das Schlandrauntal hinunter bis zu einer Kreuzung „Platzohl“, von wo aus wir dem Wanderweg Nr. 4 weiter hinunter nach Kortsch / Schlanders folgen. Unsere Knie schmerzen bereits vom langen Abstieg und gerade auf diesem letzten Stück fällt der Waldweg noch einmal besonders steil ab (für einen Fahrweg).

Kurz nachdem wir den Bahnhof Schlanders erreichen beginnt es wie aus Eimern zu schütten. Gerade noch einmal Glück gehabt! Ziemlich geschafft aber zufrieden nehmen wir den Zug zurück nach Latsch, von wo aus wir heute Morgen gestartet sind. Insgesamt waren wir auf dieser Wanderung elf Stunden unterwegs und haben wohl ca. 25 km Strecke zurückgelegt und eine Höhendifferenz von mehr als 2700 Metern bewältigt. Ein weiterer unvergesslicher Tag in der schönen Bergwelt Südtirols und mit Sicherheit nicht unser letzter Ausflug ins Schlandrauntal :)