Alpine Bike Etappe 3: St. Moritz – Bivio

Distanz: ca. 37 km; Höhenmeter: ca. 1.100 hm; Höhenprofil

Beschilderung: Alpine Bike Mountainbike Route Nr. 1;

Kartenausschnitt Alpine Bike Etappe 3, St. Moritz - Bivio; Quelle: http://map.mountainbikeland.ch

Kartenausschnitt Alpine Bike Etappe 3, St. Moritz – Bivio; Quelle: http://map.mountainbikeland.ch

Ursprünglich hatten wir vor auf der heutigen dritten Etappe der Alpine Bike Tour von St. Moritz nicht „nur“ bis nach Bivio sondern weiter bis nach Savognin zu fahren. Daraus wurde aber leider nichts … Heute geht es also zunächst von St. Moritz aus über sehr schöne Waldwege und verschwungene Trails stetig ein paar Höhenmeter hinauf- und wieder hinab. Dieses schöne Fahrerlebnis kommt etwas unerwartet, denn wir dachten eigentlich es würde bis Maloja flach entlang der Seen gehen, so ist die Route zumindest in unserer Karte eingezeichnet. Der GPS Track und die Beschilderung schicken uns aber über einen anderen, möglicherweise viel schöneren Weg, der jedoch auch ein wenig die Kondition herausfordert. Die ganze erste Zeit fahren wir so auf diesen tollen Waldwegen entlang und haben richtig Spaß dabei. Kurz vor Maloja dann überqueren wir mehrere Wiesen und das ist mal wieder so richtig schlammig (Kuhmist inklusive!). Teilweise stecken wir beinahe fest und versinken dann bis zum Knöchel im braun-wässrigem Schlamm, der an einer Stelle schon moorartige Ausmasse annimmt. Oh je. Auf den Photos kommt das gar nicht so richtig raus. Die Bikes sind derart verdreckt und überall knirscht es, so dass wir sie, als wir das Seeufer erreichen, kurzer Hand im eiskalten Seezulauf waschen. Brrrr! Das Wetter scheint sich nun langsam zu verschlechtern. Der Himmel verheißt nichts Gutes, obwohl das Schwierigste Stück für heute noch vor uns liegt. Mittags kehren wir in Maloja ein und essen hausgemachte Pizoccheri – sehr lecker aber leider auch sehr schwer. Zum Glück geht es danach erstmal der Strasse entlang den Malojapass hinab. Ich sause hinunter durch die Haarnadelkurven und hänge den VW Bus hinter mir ab, hehe. Es ist nicht viel Verkehr aber ich mag es nicht gerne zwischen den Autos zu fahren. Aber immerhin tut auf der Straße auch mein Hintern nicht so weh ;) Doch dann biegen wir irgendwie falsch (wahrscheinlich zu früh) rechts von der Straße ab und verfahren uns auf Kuhweiden. Das hat jetzt gerade noch gefehlt! Verzweifelt suchen wir nach dem richtigen Weg und dann beginnt es auch noch zu regnen.

 

Schöne Trails zwischen St. Moritz und Maloja, Schweiz, Alpine Bike Tour

Trail Oberengadiner Seen. Schweiz, Alpine Bike Tour

Blick auf den Lej da Segl, Schweiz, Alpine Bike Tour

Blick auf den Lej da Segl, Schweiz, Alpine Bike Tour

 

 

Trail zwischen Isola und Maloja, Schweiz, Alpine Bike Tour

Trail zwischen Isola und Maloja, Schweiz, Alpine Bike Tour

Schlammiges Moorfeld kurz vor Maloja, Schweiz, Alpine Bike Tour

Schlammiges Moorfeld kurz vor Maloja, Schweiz, Alpine Bike Tour

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann sind wir wieder auf einem Spazierweg, der wahrscheinlich auch der Richtige ist und fahren weiter, nun wieder bergauf. Ich glaube es ist etwa bei Casaccia, als uns eine Spaziergängerin mit einem Hund sagt, der Weg sei etwas weiter oben für ein paar hundert Meter gesperrt. Grund sei ein Steinschlag, der vor ein paar Tagen abging. Sie rät uns vorsichtig zu sein. Ich befürchte schon das Schlimmste aber glücklicherweise gibt es einen provisorischen Steig durch den Wald, auf dem wir unsere Bikes schieben und tragen. Hier beginnt auch der charakteristische Weg des Septimerpass, mit den in den Boden geschlagenen Steinen, die jetzt im Regen glatt sind wie Seife. Fahren ist so gut wie unmöglich und auch das Schieben der Bikes mit den Radschuhen (Klicks) im Regen auf den glatten Steinen ist alles andere als ein Spaß. Der steile Aufstieg auf den Septimerpass beginnt und ich frage mich, wie dieser Weg tatsächlich als Mountainbike tauglich ausgeschrieben sein kann. Dort runterzufahren mag vielleicht noch gehen, wenn es trocken ist und man an manchen Kurven Sicherheitsabsperrungen anbringen würde aber hinauf geht das auf keinen Fall! Nach längerem Schieben begegnen wir weiter oben am Pass ein paar in Regenmäntel gehüllte Wanderer aus den Niederlanden, die uns ungläubig fragen, ob wir hier wirklich mit dem Rad hinaufwollen. Ja, gute Frage … ehrlich gesagt, ich finde der Aufstieg von Casaccia aus ist an vielen Stellen wirklich nicht geeignet zum Biken und ich würde dort nicht wieder freiwillig mein Bike hinauftragen. Sicherlich hat auch das Regenwetter seinen Teil dazu beigetragen aber meiner Meinung nach ist dieser Pass, auch wenn er ein Klassiker ist, von der Südseite her mit dem Mountainbike einfach nicht vernünftig befahrbar. Ich habe mich dennoch mit meiner Situation abgefunden und schiebe und trage was das Zeug hält. So weit kann es ja nicht mehr sein! Dann kommen wir an diese charakteristische Steinbrücke und ich bin ganz fasziniert und kann es nicht fassen, dass da irgendwann mal von Pferden gezogene Fuhrwerke oder so darüber gerollt sind. Wie alt muss diese Brücke wohl sein? Echt erstaunlich dieser ganze Weg. Kurz darauf sind wir zum Glück oben angekommen am Pass und siehe da: es bietet sich uns ein völlig anderes Bild für die Abfahrt, als ich erwartet hätte. Auf dieser Seite führt ein flacher, breiter Fahrweg auf den Pass, bzw. hinunter. Biketechnisch ist das zwar langweilig aber ich bin erleichtert, denn es regnet nun noch stärker und ich möchte gerne vorankommen. Also lassen wir die Bikes rollen und sausen gen Bivio. Nach dieser kurzweiligen und geschmeidigen Abfahrt beratschlagen wir, was wir nun tun: fahren wir im Regen weiter Richtung Savognin oder nicht? Wir schwanken, doch aufgrund der Strapazen am Septimerpass und dem anhaltenden Regen entscheiden wir uns dann doch in Bivio zu bleiben und erst morgen weiter zu fahren.

 

Regen am Septimerpass, Schweiz, Alpine Bike Tour

Regen am Septimerpass, Schweiz, Alpine Bike Tour

Steinbrücke am Septimerpass, Schweiz, Alpine Bike Tour

Steinbrücke am Septimerpass, Schweiz, Alpine Bike Tour

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Bivo beziehen wir ein gemütliches Gästezimmer bei einer freundlichen Familie. Wie schon die Tage zuvor genieße ich die heiße Dusche. Besonders nach dieser Abfahrt im Regen ist das eine pure Erholung. Dann wasche ich den Schlamm aus meinen Schuhen … hoffentlich trocknen sie bis morgen Früh. Abends gehen wir essen in der Buffalo Bar beim Hotel Grischuna. Ein echter Geheimtipp! Super gastfreundliche Leute und ausgezeichnetes Essen.